Sommer-Produktivität 2014

Geschafft! Jetzt sind auch für mich noch zwei Wochen Ferien angesagt, bevor das Wintersemester 2014/15 in Tübingen beginnt.

Darüber bin ich ganz froh, denn seit meiner Rückkehr vom Auslandssemester in den USA bin ich nicht zur Ruhe gekommen. Aus der Heimat ging es schnell nach München zum dreimonatigen Praktikum bei Sport1. Anschließend ging es nach erneut kurzem Zwischenstopp daheim in den Norden nach Hamburg zu einem weiteren sechswöchigen Praktikum beim SPIEGEL.

Beide Praktika sind jetzt abgeschlossen. Ich habe gearbeitet, geschrieben, gecuttet, recherchiert, formuliert, korrigiert, transkribiert, definiert, nachgerufen. Kurz gesagt – ich habe viel gelernt.

Und beide Praktika haben mir neue Perspektiven gezeigt und werden meinen weiteren Weg mitbestimmen.

Meinen Marathon-Sommer möchte ich nun ein wenig zusammenfassen:


Das Praktikum bei Sport1 war intensiv. Mehrere Dutzend Newsflashs habe ich produziert, viele Stunden Pressekonferenzen transkribiert. Es blieb wenig Freizeit, um München ein bisschen genauer zu erkunden. Meist sah ich die Metropole nur von unten auf meinem täglichen Weg zur Arbeit und zurück nach Hause. Aus dem Sport1-Gebäude in Ismaning kam ich während der Arbeitszeit selten heraus. Vielmehr nutzte ich meine freien Minuten, um einen Rückblick-Video zum NFL Draft 2014 zu erstellen.

Apropos NFL. Bei Sport1 arbeitet US-Sport-Experte Eric Böhm, mit dem ich mich während der Arbeitszeit immer wieder über die NFL und College Football austauschte. Das für mich erfreuliche Ergebnis:

Bei Sport1 werde ich in Zukunft zur American Football-Berichterstattung beitragen. Dies war erstmals am 26. Juli 2014 der Fall, als Seattle Seahawks-Runningback Marshawn Lynch das Training Camp boykottierte. Ein holpriger Start für das NFL-Team, aber auch für mich kein leichter Einstand. Die etwas holprig umformulierte Einleitung und ein Tweet von einem Fake-Account auf der Beitragsseite eingebettet sorgten zurecht für Aufsehen unter den Lesern. Das von mir unverschuldete Endergebnis zog klassische Internet-Reaktionen nach sich. Sehr hilfreich, um wieder einmal zu erkennen, welche Kraft vom Internet ausgeht.


Der SPIEGEL-Schriftzug außen am Verlagsgebäude in der Hamburger Hafen-City.
Der SPIEGEL-Schriftzug außen am Verlagsgebäude in der Hamburger Hafen-City.

Beim SPIEGEL ging es etwas ruhiger zu. Das dachte ich zumindest anfangs, bis nach einer Woche über die Medien bekannt wurde, dass Chefredakteur Wolfgang Büchner die Verträge aller Ressortleiter des SPIEGEL Print auflösen will. Dies sorgte im Rahmen der anhaltenden Debatte um die engere Verzahnung von Print und Online für neuen Wirbel.

Doch es wurde selbstverständlich auch gearbeitet. Für mich bedeutete dies, viel Recherche zu Themen, die über den Tellerrand hinausgingen. Von Schach bis Segeln war alles dabei. Hinzu kamen ein Nachruf auf den verstorbenen Schiedsrichter Wolf-Dieter Ahlenfelder (Breitner: „Ahlenfelder, du pfeifst wie ein Arsch.“ – Ahlenfelder: „Breitner, du spielst wie ein Arsch.“) und ein Beitrag über Freddie Ljungbergs Frisuren und wie eine rasierte Glatze ihm einen Werbedeal vermasselte.

Das große Highlight meines Praktikums war die Recherche zum DFB-Trikot mit dem 4. Stern. Am Ende entstand daraus in Zusammenarbeit mit SPIEGEL Asienkorrespondent Bernhard Zand ein lesenswerter Beitrag, zu lesen in Ausgabe 38/2014.

Während der Zeit in Hamburg war ich weiterhin für Sport1 aktiv. Pünktlich zum Saisonauftakt der NFL-Saison 2014 erschien meine Vorschau zum Champion, den Seattle Seahawks.


Fazit: Ich habe in den viereinhalb Monaten Praktikum nach meiner Rückkehr aus Eugene viel gelernt. Ich habe in zwei grundverschiedenen Welten verkehrt.

Ein wöchentliches Nachrichtenmagazin, das viel Zeit für Recherche hat und auf jedes Wort wertlegt vs. eine führende Sport-Website, deren Ziel es ist, möglichst schnell Informationen zu verbreiten und Klicks zu generieren.

Was besser ist? Ich kann es nicht sagen. Beide Seiten haben ihre Vor- und Nachteile. Diese aber nun zu kennen, ist ein großer Gewinn für mich!

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